Unser Aufruf für die Vorabendkundgebung „Feministisch kämpfen – autonom & unverzagt“
Wir fühlen uns ohnmächtig Angesichts der sich überlagernden Vielzahl globaler Konflikte. Die Strukturen männlich dominierter Netzwerke werden immer sichtbarer, wir erleben weltweit einen Rechtsruck, zunehmende Repressionen und das Erstarken konservativer und reaktionärer Kräfte. Die aktuelle politische Lage lässt uns empört und mitunter erstarrt zurück. Kämpfe und Auseinandersetzungen verlagern sich zunehmend ins Private, wir ziehen uns in Freund*innenschaften zurück. So komplex die globalen Konfliktlagen aber erscheinen mögen, eine zentrale Erkenntnis ist vergleichsweise eindeutig: Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, transgeschlechtliche und agender Personen gehören systematisch zu den Hauptbetroffenen von Kriegen, Krisen und autoritären Verschiebungen. Diese Betroffenheit ist kein Nebenprodukt, sondern integraler Bestandteil patriarchal organisierter Gewaltverhältnisse.
Zunehmend geht uns in der Analyse aktueller Konflikte, Kriege und politischer Entwicklungen jedoch ein dezidiert feministischer Blick verloren – obwohl er (mal wieder) dringender denn je ist, um die geschlechtsspezifischen Dimensionen von Gewalt, Herrschaft, Krieg und Ausbeutung sichtbar zu machen. Globale politische Entscheidungsräume sind weiterhin überwiegend von cis-männlichen Akteuren besetzt, deren Macht sich unmittelbar auf die Regulierung von Körpern, Rechten und Reproduktionsverhältnissen auswirkt.
Wir wollen wieder laut werden: Cis-Männer und die Systeme, die sie stärken, bennenen, kritisieren und angreifen. Wir wollen wieder bashen – on a daily basis! Frei und ungezwungen rumpöbeln für die gute Laune oder theoretisch und laut in Form einer stabilen Kritik des Patriarachts.
Und uns vergegenwertigen: Wir sind nicht allein, wir stehen militant zusammen mit feministsichen Kämpfen weltweit. Mit der Jin, Jîyan, Azadî-Bewegung im Iran, mit den Keniaer*innen, die sich gegen Femizide stark machen und Selbstverteidungskurse anbieten, mit der ni una menos-Bewegung in Argentinien und darüber hinaus, mit den Feministinnen, die in Nigeria unermüdlich für Gleichberichtgung und Unabhängigkeit kämpfen, mit den Kurd*innen die unter anderem in Syrien für den Aufbau autonomer Strukturen kämpfen. Sie alle und unzählige Feminist*innen mehr weltweit kämpfen. Täglich.
Lasst uns auf die Straße gehen und gemeinsam gegen Patricharchale Sturkturen kämpfen!
07.März – 20 Uhr – Südplatz