WE BLOOM IN RESISTANCE – 8.März Vorabendkundgebung

(english below)

Unser Aufruf für die Vorabendkundgebung „Feministisch kämpfen – autonom & unverzagt“ 

Wir fühlen uns ohnmächtig Angesichts der sich überlagernden Vielzahl globaler Konflikte. Die Strukturen männlich dominierter Netzwerke werden immer sichtbarer, wir erleben weltweit einen Rechtsruck, zunehmende Repressionen und das Erstarken konservativer und reaktionärer Kräfte. Die aktuelle politische Lage lässt uns empört und mitunter erstarrt zurück. Kämpfe und Auseinandersetzungen verlagern sich zunehmend ins Private, wir ziehen uns in Freund*innenschaften zurück. So komplex die globalen Konfliktlagen aber erscheinen mögen, eine zentrale Erkenntnis ist vergleichsweise eindeutig: Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, transgeschlechtliche und agender Personen gehören systematisch zu den Hauptbetroffenen von Kriegen, Krisen und autoritären Verschiebungen. Diese Betroffenheit ist kein Nebenprodukt, sondern integraler Bestandteil patriarchal organisierter Gewaltverhältnisse.
Zunehmend geht uns in der Analyse aktueller Konflikte, Kriege und politischer Entwicklungen jedoch ein dezidiert feministischer Blick verloren – obwohl er (mal wieder) dringender denn je ist, um die geschlechtsspezifischen Dimensionen von Gewalt, Herrschaft, Krieg und Ausbeutung sichtbar zu machen. Globale politische Entscheidungsräume sind weiterhin überwiegend von cis-männlichen Akteuren besetzt, deren Macht sich unmittelbar auf die Regulierung von Körpern, Rechten und Reproduktionsverhältnissen auswirkt.
Wir wollen wieder laut werden: Cis-Männer und die Systeme, die sie stärken, bennenen, kritisieren und angreifen. Wir wollen wieder bashen – on a daily basis! Frei und ungezwungen rumpöbeln für die gute Laune oder theoretisch und laut in Form einer stabilen Kritik des Patriarachts.
Und uns vergegenwertigen: Wir sind nicht allein, wir stehen militant zusammen mit feministsichen Kämpfen weltweit. Mit der Jin, Jîyan, Azadî-Bewegung im Iran, mit den Keniaer*innen, die sich gegen Femizide stark machen und Selbstverteidungskurse anbieten, mit der ni una menos-Bewegung in Argentinien und darüber hinaus, mit den Feministinnen, die in Nigeria unermüdlich für Gleichberichtgung und Unabhängigkeit kämpfen, mit den Kurd*innen die unter anderem in Syrien für den Aufbau autonomer Strukturen kämpfen. Sie alle und unzählige Feminist*innen mehr weltweit kämpfen. Täglich.
Lasst uns auf die Straße gehen und gemeinsam gegen Patricharchale Sturkturen kämpfen!

07.März – 20 Uhr – Südplatz

 

English version:

We feel powerless in the face of the overwhelming number of global conflicts. The structures of male-dominated networks are becoming increasingly visible; we are witnessing a global shift to the right, increasing repression, and the rise of conservative forces. The current political situation leaves us outraged and sometimes paralyzed. And to deal with that we go into the private sphere more and more – retreating into friendships and into ourselfes. However complex the global conflicts may seem, one central insight is relatively clear: women, lesbians, intersex, non-binary, transgender, and agender people are systematically among the main victims of wars, crises, and authoritarian shifts. This vulnerability is not a byproduct but an integral component of patriarchally organized power structures.

Increasingly, however, a decidedly feminist perspective is being lost in the analysis of current conflicts, wars, and political developments—even though it is (once again) urgent in order to make the gender-specific dimensions of violence, domination, war, and exploitation visible. Global political spaces remain predominantly occupied by cis-men, whose power directly impacts the regulation of our bodies, and our rights.

We want to raise our voices again: to name, criticize, and attack cis-men and the systems that put and keep them in power. Lets bash them again – on a daily basis!

And to remind ourselves: We are not alone; we stand militantly alongside feminist struggles worldwide. With the Jin, Jîyan, Azadî movement in Iran, with the Kenyans who are campaigning against femicide and offering self-defense courses, with the Ni una Menos movement in Argentina and beyond, with the feminists in Nigeria who are tirelessly fighting for equality and independence, with the Kurds who are fighting for the establishment of autonomous structures, including in Syria. All of them, and countless more feminists worldwide, are fighting. Every day.

Let’s take to the streets and fight together against the patriarchy.